Das war erstmalneues9

// 26.01.2018 //

„Kinder, macht Neues! Neues! und abermals Neues!

hängt Ihr Euch an’s Alte, so hat euch der Teufel der Inproduktivität,

und Ihr seid die traurigsten Künstler!“

(Richard Wagner)

Dieser, aus einem Brief Richard Wagners vom 8.9.1852 an Franz Liszt niedergeschriebene Satz, soll im neunten Jahr der Konzertreihe  e r s t m a l n e u e s  als Motto dienen. Nachdem heuer erstmals auch ein Workshop mit Musik für und mit Kindern veranstaltet wird („Musikalische Reise durch die Welt“ mit Stefan Huber), könnte man meinen, Richard Wagners Zitat zielt hier wirklich auf Kinder und ihre Musik. Nein, dem ist nicht so! Wagner bezieht sich in seinem Brief auf die zu seiner Zeit, häufigen Bearbeitungen älterer Werke. Er hatte aktuell erfahren, dass Hector Berlioz seine zwölf Jahre alte Oper „Benvenuto Cellini“ neu bearbeiten wollte und viele seiner Kollegen ähnliche Neueinrichtungen planten. Solche Bearbeitungen bzw. Neueinrichtungen brachten ihn auf. Er meinte diesbezüglich „Berlioz soll doch nur um des Himmels Willen eine neue Oper schreiben“ und fragte sich „ist denn dieses Kunstarbeiten an alten Lebensmomenten herum künstlerisches Schaffen?“ und weiter: „Wie steht es mit dem Quelle unserer Kunst, wenn nicht das Neue so unwiderstehlich aus ihm hervorquillt, dass das Alte spurlos vor ihm verschwindet, oder eben in neuen Schöpfungen ganz und gar aufgeht? O ihr Menschen Gottes, haltet nur dieses Machen nicht für Kunstwirken!“ Wagner meint somit eindeutig: NEUES kann nur das eigene Schaffen NEUER Werke sein. Dies will er anregen und verlangt es von seinen Zeitgenossen und zukünftigen Generationen. Dem kann ich mich an dieser Stelle nur anschließen und wünsche allen Künstlern und Zuhörern nun bereits zum neunten Mal viel Freude an der NEUEN MUSIK. 

Prof. Kunibert Schäfer

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