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Die Komponisten 2016.

Enjott Schneider

München

Marco Döttlinger

Salzburg

Steven Heelein
Regensburg

Matthias Leboucher

Salzburg

Giovanni Bonato
Italien

Franz Josef Stoiber

Regensburg

Josef A.Ramsauer
Salzburg

Giovanni Bonato

Italien

 

Giovanni Bonato wurde 1961 in Schio geboren. Er studierte Komposition bei F. Vacchi, A. Guarnieri, und G. Manzoni am G. Verdi Konservatorium in Mailand. Als Komponist von Kammermusik, Chorwerken sowie symphonischen Stücken hat er sich sowohl national wie international einen Namen gemacht. Er wurde in mehreren Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet, u.a mit Preisen beim internationalen Kompositionswettbewerb in Wien, sowie dem 50th Tokyo Met. Go. Seine Werke wurden in der Vergangenheit von renommierten Interpreten, wie den Neuen Vocalisten Stuttgart, dem World Youth Choir sowie den Tower Voices Neuseeland aufgeführt. Seit 1992 lehrt er Komposition am Konservatorium “Cesare Pollini” in Padua.

www.giovannibonato.com

Josef A. Ramsauer

Salzburg

 

1989 Geburt in Mallersdorf (Bayern)

2009 Bayerisches Abitur

Von 2010 bis 2012 als Komponist unter dem Mentorat von Steven Heelein, Franz Hummel aktiv

2012 Abschluss des Studiums der „Angewandten Musikwissenschaft und Musikpädagogik“ an der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt (BA)

Künstlerischer Leiter des New Art and Music Ensembles Salzburg (NAMES)

Seit 2012 Studium der Musiktheorie und Komposition (Schwerpunkt Elektronische Musik und Medialer Kontrapunkt) am Mozarteum Salzburg (u.a. bei Tristan Murail und Achim Bornhöft)

Arbeitete bisher u.a. für die Berliner Kammeroper, dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik (OENM) sowie mit dem Kairos Quartett Berlin

2015 Musikautorenstipendium der GEMA sowie Ordentlicher Stipendiat der Stiftung Mozarteum

Marco Döttlinger

Salzburg

 

Marco Döttlinger wurde am 26.02.1984 in St. Johann in Tirol geboren. Er studierte Komposition und Musiktheorie bei Christian Ofenbauer (Salzburg), F. Durieux (Paris) und G. F. Haas (Basel). Derzeit ist er als künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studio für Elektronische Musik (SEM) der Universität Mozarteum beschäftigt.

Der Fokus seines künstlerischen Schaffens liegt in  der Integration computer-gestützter Verfahren im Bereich zeitgenössischer Musik. Sein bisheriges Werk repräsentiert verschiedene Genres, darunter reine Instrumentalkompositionen, elektro-akustische Werke sowie Live-Elektronik-Performances, Klanginstallationen und visuelle Musik.

www.sumtone.com

Matthias Leboucher

Salzburg

 

Im Alter von 5 Jahren hat Matthias Leboucher mit dem Klavierspiel begonnen. Nachdem er in Blois bei Bernard Job studierte wechselte er an die Pôle Supérieur Paris-Boulogne-Billancourt wo er 2011 unter Marie-Paule Siruguet seinen Bachelorabschluss im Hauptfach Klavier ablegte. Weitere Studien mit Françoise Thinat, Paul Badura-Skoda und Alexandre Tharaud vervollständigen seine Ausbildung. 2010 wurde er mit einer Mention-Spéciale Maurice Ohana bei dem 9.Internationalen Orléans Klavierwettbewerb ausgezeichnet. 2011 konzertierte er mitunter in Paris und in Bratislava mit Beethovens Hammerklavier Sonate.

Als ständiges Mitglied verschiedenster Ensembles und Kammermusikgruppen (Ensemble Acouphène, Nouveau Noir) konzertiert Leboucher regelmäßig in Frankreich und Österreich. Im Jazzbereich gründete er u.A. mit Florian Willeitner (Jazz-Geige) und Arthur Pierre (E-Gitarre) verschiedenste Jazzcombos und Improvisationskollektive (Clubtomaniac, Butcher&Stone, Good Question).

Desweiteren schloss Leboucher 2013 sein Kompositionsstudium bei Jean-Luc Hervé, Yan Maresz und Denis Dufour mit dem Bachelor ab. Seit 2013 studiert er in der Kompositionsklasse von Tristan Murail an der Universität Mozarteum Salzburg. Matthias Leboucher ist Pianist und neben Josef Ramsauer künstlerischer Leiter des New Art and Musc Ensembles Salzburg.

www.matthiasleboucher.com

Franz Josef Stoiber

Regensburg

 

Franz Josef Stoiber lernte während seiner Schulzeit Orgel beim Passauer Domorganisten Walther R. Schuster und beim Regensburger Domorganisten Eberhard Kraus, studierte Kirchenmusik und Musiktheorie an der Musikhochschule in Würzburg (Orgel bei Prof. G. Kaunzinger und Prof. G. Weinberger, Tonsatz bei Prof. Z. Gárdonyi), künstlerisches Hauptfach Orgel an der Musikhochschule in Stuttgart (bei Prof. Jon Laukvik) und Orgelimprovisation bei Prof. Peter Planyavsky (Wien).

Nach dreijähriger Tätigkeit als hauptamtlicher Musikalischer Assistent am Dom in Würzburg und als Lehrbeauftragter für Musiktheorie an der Musikhochschule Würzburg folgte Stoiber 1989 einem Ruf als Dozent für Orgel und Musiktheorie an die Fachakademie für kath. Kirchenmusik und Musikerziehung, heute Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg. Am 1. März 1996 wurde Franz Josef Stoiber zum Domorganisten am Dom St. Peter in Regensburg berufen; seit 1997 ist er auch als Orgellehrer bei den "Regensburger Domspatzen" tätig.

2003 erhielt Franz Josef Stoiber eine ordentliche Professur für Orgel (Schwerpunkt Liturgisches Orgelspiel/Improvisation) an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg, die er von 2003 – 2011 als Rektor leitete.

Konzerte, CD-Produktionen, Gastdozenturen (u.a. in Deutschland, Portugal, Kroatien, Russland, Japan, England und Tschechien), kompositorische Tätigkeit, Aufsätze und Buchveröffentlichungen ergänzen seine Aktivitäten.

Zu den besonderen Höhepunkten der letzten Jahre zählt 2009 die Weihe der neuen Regensburger Domorgel (mit 80 Registern auf 4 Manualen und Pedal die größte freihängende Orgel der Welt, erbaut von Orgelbau Rieger aus Schwarzach/Vorarlberg), die Franz Josef Stoiber maßgeblich mitkonzipierte.

www.domorganist-stoiber.de

Enjott Schneider

München

 

Enjott Schneider (*1950) Studium Freiburg i.Br. (Dr. phil. 1977), 1979 – 2012 Professur an der Münchner Hochschule für Musik und Theater (Musiktheorie und Komposition). Neben schriftstellerischer Tätigkeit umfangreiches Komponieren: Acht abendfüllende Opern, zahlreiche Werke der Orchester- und Kammermusik, Geistliche Musik mit oratorischen Werken, Orgelkonzerten und 13 Orgelsinfonien. Die Aufführungsorte reichen von Paris, Rom, Madrid, New York, Los Angeles bis Tokyio, Shanghai, Beijing, Taipei. Auch etwa 600 Filmmusiken (z.B „Schlafes Bruder“, „23“, „Herbstmilch“, „Stalingrad“, „Schwabenkinder“,, „Jahrestage“, „Wunder von Leipzig“, „Laconia“ oder „Stauffenberg“). Emmy Award (New York) für beste Doku 2005, Bayerischer Filmpreis für „Rama Dama“, Bundesfilmband in Gold, 2001 Fipa d’or (Biarritz) 2001 „beste europäische Filmmusik“, Deutscher Fernsehpreis 2007 „Beste Filmmusik. Mitglied im Aufsichtsrat der GEMA seit 2003, seit 2012 Aufsichtsratsvorsitzender. Seit 2013 Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrats; Präsident des Deutschen Komponistenverbandes.
www.enjott.com 

 

Steven Heelein

Regensburg

 

Steven Heelein wurde 1984 in Schweinfurt geboren und erlernte im Alter von 11 Jahren als Autodidakt das Orgelspiel. Von 1997 bis 2009 studierte er Kirchenmusik und Dirigieren in Schweinfurt, Kronach und Regensburg.

Neben seiner Tätigkeit als künstlerischer Leiter der von ihm im Jahr 2008 gegründeten Vereinigung „UnternehmenGegenwart – Kammerensemble für Neue Musik Regensburg“, wirkt er als Dirigent, Chorseminarleiter und Orgelimprovisator. Zusammen mit andern Künstlern ist er Performer im 2010 gegründeten „ensemble fluide - Erste Fluxus Regensburg“ und Gründungsmitglied der Fluxus-Band „EIC ATA 6“. Seit 2004 ist Steven Heelein kompositorisch tätig und wird dabei vom Komponisten Franz Hummel geführt.

Von 2010 bis 2012 war er Lehrbeauftragter an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt im Fach Neue Musik und Leiter des Studios für experimentelle Msuik der KU-Eichstätt (SEMKUE). Seit 2012 ist er hauptamtlicher Dozent für Chor- und Orchesterleitung an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg, zudem ist er seit dem Wintersemester 2015 als Professor i. K. für Dirigieren (Schwerpunkt Chorleitung) an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth angestellt. 

Neben seiner musikalischen Arbeit beschäftigt er sich als Aktionsmaler und Autor.

www. sheelein.de

 
 
 
 
 
 

 

Schattenklänge und effektvolle Sounds

Gerhard Dietel, MZ am 25.01.2016

   

"e r s t m a l n e u e s 7": Der Neue Kammerchor der Kirchenmusikhochschule in Regensburg präsentierte zeitgenössische Musik.
 

Die Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik hat sich in den letzten Jahren zu einem der wenigen Orte in Regensburg entwickelt, wo zeitgenössische Musik Aufmerksamkeit genießt. „Erstmal Neues“ heißt die Devise für die nun schon im siebten Jahr im Konzertsaal des Instituts stattfindende Veranstaltungsreihe des Neuen Kammerchors, die lebenden Komponisten ein Forum bietet.

Was denn „Neue Musik“ sei, darüber wurde zuvor in einem Podiumsgespräch diskutiert, ohne ihren Ort zwischen Vergangenheitsbezug und freiem Experiment, zwischen Mainstream und Nischenexistenz fixieren zu können. Mehr oder weniger dicht in Richtung dieser gegensätzlichen Pole bewegen sich die während des darauffolgenden Konzerts erklingenden Musikstücke, die von Studierenden des Hauses sowie vom gastierenden Ensemble Names aus Salzburg einer neugierigen Zuhörerschaft präsentiert werden.

 

Die Musik als Raumerlebnis

 

Als pfiffig weiterentwickelte Tradition erweist sich das „Gloria“ aus Franz Josef Stoibers „Missa inglese“, dessen treibenden 7/8-Metren und farbigen Harmonien der Neue Kammerchor wirkungsvoll Gestalt gibt. Ebenso eindrücklich präsentiert der Chor unter Kunibert Schäfers Leitung später das „Audi filia“ Giovanni Bonatos mit seinen rätselhaften Textcollagen als Raumerlebnis, bei dem die Singenden ihr Publikum umringen und den sanften Vokallinien noch die magischen Klänge angestrichener Gläser hinzufügen.

Ausgesprochen Experimentelles bieten dazwischen drei junge, in Salzburg studierende Komponisten mit ihren Uraufführungen: Marco Döttlinger mit „wie honig im meer“, Josef Ramsauer mit „7 Splitter“ und Matthias Leboucher mit „Stumpf“. Allesamt setzen sie in ihren kammermusikalischen Partituren auf sparsame Einzelereignisse, die sich verdichten und wieder dissoziieren. Bläser und Streicher des New Art and Music Ensemble Salzburg realisieren ihre Partituren, denen Live-Elektronik Echos und Schattenklänge hinzufügt, die den akustischen Raum vervielfältigen: meist dezent im Hintergrund bleibend, doch sich gelegentlich auch bedrohlich hochreckend. Improvisationen am Flügel sind dazwischen eingeschoben. Der Regensburger Pianist Lorenz Kellhuber scheint nach Döttlingers Stück zunächst an dessen Stimmung und Motivik anzuknüpfen, lenkt sein höchst beeindruckendes Spiel aber zunehmend auf eigene Pfade, in denen die Stegreifkunst des Jazz mit geradezu Lisztscher Virtuosität und Erinnerungen an impressionistische Klavierkunst eine neue spannende Einheit ergibt.

Den Abschluss bilden zwei Vertonungen der „Sieben letzten Worte“ Jesu, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Steven Heeleins Fassung für Streichsextett übt Zurückhaltung: mit dunklem Doloroso der tiefen Streicher, zwischen denen auch hellere Paradies-Visionen aufscheinen, und großer Ruhe, die nur im Schlusssatz einmal erregten „Terremoto“-Tremoli weicht. Enjott Schneiders Vokalwerk für gemischten Chor, Englischhorn, Posaunen, Percussion und Orgel macht das Geschehen am Kreuz dagegen geradezu zum effektvoll inszenierten Filmgeschehen: Golgotha goes Hollywood.